Backup-Konzept nach der 3-2-1-Regel

Warum ein Backup keines ist, zwei nicht reichen — und wie wir Sicherungen aufbauen, die einen Ernstfall wirklich überstehen.

Die Regel

Die 3-2-1-Regel ist der Mindeststandard für Datensicherung: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine außer Haus. Sie schützt gegen die drei häufigsten Verlustszenarien:

  • Hardware-Defekt — die Platte stirbt, das RAID rebuildet nicht
  • Ransomware — verschlüsselt auch erreichbare Netzlaufwerke und NAS-Freigaben
  • Standort-Ereignis — Brand, Wasser, Diebstahl, Blitzschlag

RAID ist keine Datensicherung. RAID schützt die Verfügbarkeit, nicht die Daten — ein versehentliches DELETE wird in Echtzeit auf alle Platten gespiegelt.

Umsetzung im Betrieb

In der Praxis setzen wir die Regel mit Acronis Cyber Protect um. Der Ablauf pro Kunde:

  1. Lokale Sicherung auf dediziertes Backup-NAS (stündlich, 30 Tage Vorhaltung)
  2. Replikation in die Acronis Cloud (täglich, 90 Tage Vorhaltung)
  3. Monatlicher Restore-Test mit Protokoll im Kundenakt

Aufbewahrung

StufeMediumIntervallVorhaltung
1Backup-NAS lokalstündlich30 Tage
2Acronis Cloudtäglich90 Tage
3Jahres-Archivjährlich7 Jahre

Wiederherstellung testen

Ein Backup ohne Restore-Test ist eine Vermutung. Der Test dauert mit acrocmd recover vm auf einen isolierten Host etwa 20 Minuten und beantwortet die einzige Frage, die zählt:

Wie lange dauert es, bis der Betrieb wieder läuft?
RTO gemessen:  47 min   (Ziel: < 60 min)
RPO gemessen:  58 min   (Ziel: < 60 min)

Häufige Fehler

Die immer gleichen Muster aus Übernahmen von Alt-Umgebungen: Backup auf dieselbe Hardware wie die Quelle, jahrelang kein Restore-Test, Cloud-Sync (OneDrive, Dropbox) als „Backup“ missverstanden — Sync repliziert auch die Verschlüsselung — und Bänder im selben Gebäude wie der Server.

Jeder dieser Punkte hat schon Firmen Wochen gekostet. Die Regel ist billig, der Ausfall nicht.

Aus dem Wiki: SYSTEM42 → WIKI → Backup-Konzept, Stand September 2026.